Anbau an das Wirsberg-Gymnasium

2022 WÜRZBURG

Mit der Erweiterung entsteht ein präzise gesetzter architektonischer Baustein, der auf die räumlichen Herausforderungen der Innenstadt reagiert und das Wirsberg-Gymnasium nachhaltig um neue Lern-, Begegnungs- und Aufenthaltsqualitäten erweitert.

Die Umsetzung der Baumaßnahme war aufgrund der innerstädtischen Lage von Beginn an durch eine sorgfältige Planung und Organisation der Bauabläufe geprägt. Ziel war es, die Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld und den öffentlichen Verkehr auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Dies begann bereits mit dem kontrollierten Rückbau bestehender Massivbaukonstruktionen und setzte sich in der präzisen Koordination sämtlicher logistischer Abläufe fort – von Erdarbeiten und Materialtransporten über die Positionierung des Baukrans bis hin zur Organisation der erforderlichen Lagerflächen für die ausführenden Unternehmen.

Im Zuge der Erdarbeiten wurden umfangreiche archäologische Funde freigelegt. Diese wurden fachgerecht untersucht, dokumentiert und konserviert, bevor sie in die weitere Entwicklung des Bauvorhabens integriert und überbaut werden konnten.

Auch die Detailplanung stellte besondere Anforderungen an das Projekt. Neben der Berücksichtigung von Hochwasserschutz und dem Anschluss an das Fernwärmenetz wurden ein zukunftsorientiertes Energiekonzept sowie eine leistungsfähige und auf die Nutzung abgestimmte Lüftungsplanung entwickelt.

Bei der Gestaltung der Innen- und Außenbereiche kamen natürliche Materialien wie Holz und Stein zum Einsatz. In Verbindung mit individuell geplanten und funktional abgestimmten Einbaumöbeln entstand eine robuste und zugleich atmosphärische Lernumgebung. Die Materialität und Ausstattung schaffen einen identitätsstiftenden Rahmen, der die vielfältigen Anforderungen des schulischen Alltags unterstützt und die Aufenthaltsqualität nachhaltig stärkt.

Facts:

1720 qm Nutzfläche

Bauherr Stadt Würzburg

in ARGE mit Hetterich Architekten

 

An Die Erweiterung des bestehenden Wirsberg-Gymnasiums reagiert präzise auf die besondere städtebauliche Situation des innerstädtisch beengten Grundstücks. Der neue, zweigeschossige Baukörper wird über dem Erdgeschoss angeordnet und fügt sich als klarer, eigenständiger Baukörper in den Bestand ein.

Durch das Anheben des Neubaus entsteht im Erdgeschoss ein großzügig überdachter Außenraum, der den bestehenden Innenhof räumlich fasst und als geschützter Pausen- und Begegnungsbereich dient. Gleichzeitig schafft die Erweiterung mit dem repräsentativen Musiksaal einen besonderen architektonischen Ort innerhalb des Schulensembles.

Die räumliche Organisation des Neubaus schafft eine klare Balance zwischen konzentrierten Lernbereichen, gemeinschaftlich genutzten Räumen und funktionaler Infrastruktur. Insgesamt umfasst die Erweiterung sechs Klassenzimmer, einen Vorlesungssaal, eine moderne Schülerbibliothek, fünf Besprechungsräume sowie den neuen Musiksaal.

Auf Untergeschossebene ergänzt ein Parkdeck die bauliche Maßnahme und integriert 28 Pkw- sowie sechs Motorradstellplätze in das Gesamtkonzept. Weitere Sanitäreinrichtungen und Nebenräume vervollständigen das Raumprogramm.

Ein zentraler Bestandteil der Erweiterung ist die barrierefreie Erschließung des gesamten Gebäudes. Der neue Aufzug verbindet sämtliche Geschosse und verbessert damit nicht nur die Zugänglichkeit, sondern auch die funktionale Qualität des bestehenden Schulgebäudes.

Ein besonderes funktionales Highlight bildet das mobile Trennwandsystem im obersten Geschoss. Durch das Öffnen der Trennwände können zwei Klassenzimmer mit dem großzügig dimensionierten Flurbereich zu einer zusammenhängenden Fläche verbunden werden. So entsteht ein flexibel nutzbarer Raum mit einer Größe von rund 280 m², der sich insbesondere für Informationsveranstaltungen, größere Prüfungen und weitere schulische Veranstaltungen eignet. Die variable Raumstruktur ermöglicht eine hohe Anpassungsfähigkeit und verleiht dem Gebäude zusätzliche Nutzungsoffenheit.